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Bericht über die Mitgliederversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Posener.

Sie fand statt am 26. April 2019. Ort der Zusammenkunft war das D.-Paul-Blau-Haus in Lüneburg

Die Mitgliederversammlung begann um 11 Uhr mit der Andacht in der Kapelle des D.-Paul-Blau-Hauses. Pfr. Boelter stellte die Andacht unter das Thema Ostern und Taufe. Beide gehören eng zusammen, denn der Taufsonntag Misericordias folgt im Kirchenjahr unmittelbar auf das Osterfest. Martin Luther hatte auf seinem Arbeitstisch eingeritzt den Satz: „Du bist getauft“. Dieser Satz war für Martin Luther wie ein Rettungsanker, an dem er sich in aller Verfolgung und Angst und allen Nöten festhielt. Das Geschenk der Taufe ist ein verlässliches Angebot Gottes an uns Menschen. Ein Geschenk kann man sich nicht selber geben, kann aber sehr unterschiedlich damit umgehen. Ein Geschenk verpflichtet zu nichts. Aber dann ist es auch in der Regel nicht wirksam. Die Taufe ist das Geschenk, das unser Leben verändert. Wie bei Luther will die Taufe auch bei uns ein Anker sein, an dem wir unser Leben ausrichten können. „Du bist getauft“ gilt auch für uns und kann Halt, Trost und Stärke geben, wenn wir dem Geschenk unserer Taufe Raum in unserem Leben geben. Die Andacht wurde eingerahmt durch das Osterlied „Christ ist erstanden von der Marter alle“ zu Beginn und durch das Tauflied „Ich bin getauft auf deinen Namen“ am Ende.

Ihre Fortsetzung fand die Mitgliederversammlung in einem anderen schön vorbereiteten Raum. Nach Begrüßung, der Feststellung der Beschlussfähigkeit und Genehmigung des Protokolls der Mitgliederver-sammlung von 2018 rief der Bild-Bericht des Vorsitzenden das vergangene Jahr in Erinnerung mit vielen Ereignissen, an denen zum Teil auch unsere Gemeinschaft der Posener teilgenommen hat oder beteiligt war.

So wurde erinnert an das Schloss Reinhardsbrunn, dessen Privatisierung endgültig verhindert werden konnte. Dem Schlossgarten gegenüber (im Bereich der Johanniskapelle – im Park Reinhardsbrunn) steht die eine Plastik des Versöhnungsdenkmals, dessen andere, identische Plastik im Gelände des neuen evangelischen-augsburgischen Zentrums in Posen ihren Platz hat. Beide Plastiken markieren Eckpunkte eines Versöhnungsweges mit der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Posen unter dem Motto „Glaube, Liebe, Hoffnung“. Erwähnenswert ist auch der Garten der Religionen in Reinhardsbrunn.

Auf der Tagesordnung standen zwei weitere Punkte, die für die Zukunft der Gemeinschaft und der „Posener Stimmen“ von entscheidender Bedeutung sind: die Neuwahl des Vorstands und das Thema Finanzen.

Ein neuer Vorstand konnte gewählt werden. Matthias Boelter, der Bruder unseres Vorsitzenden war bereit, sich zur Wahl als stellvertretenden Vorsitzenden zu stellen. Zur Wiederwahl stellten sich zur Verfügung Herr Pfr. Christfried Boelter als Vorsitzender, Frau Karin Ziegeler als Schriftführerin und Geschäftsführerin und Herr Werner Manzke als Beisitzer. In offener Abstimmung wurde der Vorstand einstimmig, mit Enthaltung der Gewählten, gewählt. Dank an dieser Stelle, dass die Gewählten sich zur Verfügung gestellt haben. Die erste Hürde zur Fortsetzung der Gemeinschaft war genommen.

Die zweite Hürde wurde lange beraten – muss aber letztlich erst noch genommen werden. Denn die finanzielle Situation ist prekär: Die von Frau Ziegeler gegebenen Erläuterungen zum Jahresabschluss 2018 und dem Haushalt 2019 machten deutlich, dass die Ausgaben alleine durch die Mitgliedsbeiträge und Bezugsgebühren der „Posener Stimmen“ nicht gedeckt werden können, trotz erheblicher Einsparungen bei den „Posener Stimmen“ durch z. B. Reduktion im Umfang und der Erscheinungshäufigkeit. Auch bei der Entlohnung von Frau Ziegeler als Geschäftsführerin ist bei dem Umfang der seit Jahren von ihr geleisteten Arbeit nur an eine geringe Kürzung (so die anwesenden Mitglieder) zu denken.

Nach langer Diskussion kam die Mitgliederversammlung zu dem Ergebnis, die Leserschaft der „Posener Stimmen“ auch in diesem Jahr wieder um eine Spende zu bitten. – Die Spenden vom vergangenen Jahr haben in etwa gereicht, das befürchtete Defizit in 2018 zu decken. – Deswegen finden Sie, verehrte Leserschaft, in dieser Ausgabe wieder einen eingelegten Überweisungsschein mit der Bitte, sich am Erhalt der „Posener Stimmen“ zu beteiligen. Die „Posener Stimmen“ erscheinen seit 1947 und informieren ihre Mitglieder und Leser sowie Interessierte über die alten Heimatgebiete und eine in der deutschen Öffentlichkeit weitgehend vergessene Kulturlandschaft. Wir, d. h. die Mitgliederversammlung, wollen die „Posener Stimmen“ so lange wie möglich erhalten – und das geht nicht ohne Unterstützung durch die Leserschaft, die auch ein Interesse am Erhalt der „Posener Stimmen“ hat. Und darum bitten wir Sie, verehrte Leserinnen und Leser, sich durch Ihre Spende am Erhalt der „Posener Stimmen“ zu beteiligen.

Weitere Regularien: Der Prüfungsbericht für den Jahresabschluss 2018 wurde von Frau Sabine Andersen vorgetragen. Beanstandungen haben sich keine ergeben. Dem von Frau Andersen gestellten Antrag auf Entlastung der Geschäftsführerin Frau Ziegeler sowie des gesamten Vorstands folgte die Versammlung mit Enthaltung des Vorstandes einstimmig – verbunden mit einem besonderen Dank an Frau Ziegeler für ihre umsichtige Arbeit in der Geschäftsführung. Der von Frau Ziegeler vorgestellte Haushaltsplan 2019 wurde ebenfalls einstimmig beschlossen.

Zum Schluss der Versammlung gab Dr. Ruprecht Bardt einen sehr ermutigenden Bericht über das Posener Altenheim. Die hohe Sterberate im vergangenen Jahr bedeutete eine große Belastung für das trauernde Pflege-Personal sowie für die in der Verwaltung. Bei 100-prozentiger Auslastung lief der Betrieb des Hauses reibungslos. Das Mitarbeiterfest und die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen – mit der Setzung des Gedenksteins „60 Jahre Posener Altenheim 1958–2018“ durch den Heimbeirat und Bewohner des Hauses – waren Höhepunkte im vergangenen Jahr. Eine drohende Ausbreitung eines Novo-Virus konnte durch strikte Einhaltung entsprechender Gegenmaßnahmen verhindert werden. Der Ton im Haus zwischen Leitung, Personal und Bewohner ist gut. Es gibt auch keine Probleme bei der Bewerbung von Mitarbeitenden. Das Altenheim ist eine begehrte Arbeitsstätte. Heimleitung und Führungscrew leisten eine sehr gute Arbeit. Das gibt Grund zum Vertrauen in die Zukunft – dank Gottes Hilfe.

Die Mitgliederversammlung schloss um 15.50 Uhr. Eine in Aussicht genommene „formlose“ Führung im Ostpreußenmuseum fand nur mit Altbischof Dr. Johannes Launhardt und Karin Ziegeler statt.

Helmut Brauer  


Aus unserer Mitgliederversammlung

Erfreulich ist es, dass zur Mitgliederversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Posener e.V. diesmal jedes dritte Mitglied erschienen ist. Das Posener Altenheim im Paul-Blau-Haus in Lüneburg bot wieder einen geeigneten Rahmen, wie auch der 1. Vorsitzende, Pfarrer i. R. Christfried Boelter, anmerkte. Pfr. Boelter, der wieder die Andacht in der Hauskapelle gestaltete, war erfreut, dass er anstelle des gewohnten Klaviers eine Orgel vorfand, auf der er den Gemeindegesang begleiten konnte.

Er sprach über die Osterzeit und verdeutlichte die Verschiedenheit des Glaubens anhand des Spiels „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Schließlich hatten die Frauen auf dem Friedhof bei Jerusalem auch eine unterschiedliche Erkenntnis. War es der Gärtner oder war es nicht doch Jesus, der Auferstandene, der Erlöser (wie bei Maria Magdalena)? Das Wissen um unsere Individualität soll uns zu Toleranz gegenüber der Einsicht anderer führen.

In der sich anschließenden Mitgliederversammlung stellte Geschäftsführerin Karin Ziegeler gewohnt die finanzielle Lage der Gemeinschaft und der „Posener Stimmen“ vor. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt.

Da die Situation durch Abonnentenrückgang und Mitgliederschwund angespannt ist, wurde über Möglichkeiten zu Einsparungen beraten und gefragt, ob und wie lange die Aufgaben und mit welchen Methoden weitergeführt werden könnten.

  

Da sich herausstellte, dass der Verein alles, auch lange Bewährtes, auf den Prüfst

and stellen muss, wurde eine intensivere Beratung an den Vorstand überwiesen, der dafür eine Sondersitzung im Mai anberaumte.

 

 Das neue Mitglied Pastor Helmut Brauer wurde gebeten, dabei seine Erfahrungen mit der inzwischen aufgelösten Gemeinschaft der Evangelischen aus Danzig-Westpreußen (Hilfskomitee) e.V. zur Verfügung zu stellen, die sich mit ähnlichen Pro blemen schon 2016 befasst hat.

 

 

 Nach dem Mittagessen stellte Dr. Ruprecht Bardt die Arbeit des Posener Bauvereins vor. Die 130 Plätze des Posener Altenheims seien stets voll belegt. Das Heim genieße einen guten Ruf, der nicht zuletzt der guten Bezahlung der 115 Mitarbeitenden und der persönlichen Hilfe der Johanniter bei der Betreuung zu verdanken sei. Die Grippewelle 2017/18 habe die Menschen zwar nicht verschont, aber keine Todesfälle verursacht. Unter den zehn aus dem Ausland gekommenen Pflegekräften seien vor allem Menschen aus dem „Osten“, aber auch ein Brasilianer.

  

Außer zwei Vertretern des Pommern-Konventes waren drei Gäste aus der Evangelisch-Augsburgischen Gemeinde in Posen eingeladen und auch dieser gefolgt. Unter der Leitung des Vikars in Begleitung einer dem Vorstand inzwischen vertrauten Dolmetscherin, Gewerkschafterin, Organisatorin und Akademikerin und des Redakteurs des Gemeindeblatts vertraten sie 362 Gemeindeglieder.

Nach den Veranstaltungen zum Jubiläum der Reformation im vergangenen Jahr sind die evangelischen Posener jetzt mit dem 100. Jubiläum des Großpolnischen Aufstands 1918 und seiner Folgen beschäftigt. Auch das Gesicht des Protestantismus in Posen wurde bekanntlich dadurch verändert.

Die Versammelten fragten zu Umständen und Folgen gemischtkonfessioneller Ehen in dem weit überwiegend katholischen Land. Tolerante Polen neigen da zu lebensfreundlichen Lösungen.

 Der Vorsitzende, Pfarrer Boelter, informierte in einem bebilderten Vortrag über seine und die Tätigkeit der Gemeinschaft im vergangenen Jahr. Zu dem Material beigetragen hat auch Karin Ziegeler. Der Hinweis auf die Veranstaltungsorte Berli

n, Friedrichroda (mit Reinhardsbrunn), Gotha, Hannover, Lüneburg, Posen (mit der schönsten modernen evangelischen Kirche Polens), Potsdam und Samter mag hier andeuten, wo überall sich die Gemeinschaft engagiert hat.

 

Dieser Bericht ließ erahnen, was verloren gehen würde, wenn diese Gemeinschaft aufgelöst würde. Aber leider ist nicht alles Wünschenswerte machbar.

Die Gruppe begab sich dann zur historisch und baugeschichtlich bedeutsamen St. Michaeliskirche im Westen des alten Lüneburgs, ließ sich vom Organisten und Kantor Henning Voss in die Bedeutung der dortigen Barockorgel einführen und hörte dann ein Orgelkonzert.

Eine versierte, von ihrem Thema begeisterte Kirchenführerin und Buchhändlerin führte zu der eindrucksvollen christlichen Symbolik im Gotteshaus und betonte die ökumenische Gemeinsamkeit (unter Einbeziehung des Erzengels Michael und Marias, der leidenden Mutter des leidenden Jesus).

  

Die mit dem Kleinbus der Diakonie aus Posen angereisten Gäste, das Ehepaar Köhler vom Pommernkonvent, Pfr. Boelter und Karin Ziegeler verbrachten noch beim gemeinsamen Essen den Abend. Am nächsten Tag, gestalteten Pfr. Boelter und der Vikar Liberacki aus Posen in der Kapelle des Posener Altenheimes den Gottesdienst. Dieser wurde zum Anlass der Mitgliederversammlung des Trägers

des Hauses, des leitenden Bauvereins gefeiert. Diesen Gottesdienst nahmen die Gäste aus Posen zum Anlass, Pfarrer Boelter ein von Künstlerhand gezeichnetes Posener Rathaus (gerahmt) und Karin Ziegeler gestaltete Lesezeichen mit den Versöhnungsskulpturen die in Reinhardsbrunn und Posen stehen, zu übergeben. Nach einem Mittagessen im D.-Paul-Blau-Haus fuhren die Gäste vom Pommernkonvent und auch die Gäste aus Posen wieder heimwärts.

 

Wilfried Gerke

 

 

 

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